In der Festung

(4 LOGBUCH / 12. Aug 2010/10:16)  Ja, so ist das: “Mach nur einen Plan” – darüber hat sich schon Bert Brecht sehr sarkastisch ausgelassen.
Mein Plan war gewesen, ab Mitte Juni zügig am Manuskript zu arbeiten und dies hier auf der Website zu dokumentieren. Ersteres habe ich auch fleißig und kontinuierlich getan. Eine Menge Texte sind entstanden. Nur mit dem Diktieren, Korrigieren, Redigieren ging es nicht so gut weiter. Es gab einfach zu viele andere Arbeiten, die erledigt werden mussten. Vor allem das MINOTAUROS-PROJEKT erforderte einiges an Aufmerksamkeit; man kann so einen Jahreskurs nicht einfach nebenher laufen lassen.

Es gibt eben außer den Spalten 1 bis 4 der Vier-Spalten-Methode noch eine sehr viel elementarere fünfte Spalte, die gewissermaßen im kreativen Untergrund mitläuft: die Inkubation. Das ist so etwas wie die Schwangerschaft des Autors. Sie hat, wie alle Schwangerschaften, so ihre eigenen Gesetze und ihre eigene Dynamik, die sich “mit dem Kopf” kaum beinflussen lassen.

Das Ergebnis sieht dann etwa so aus, dass ich zwar nicht länger “wie der Ochs vor´m Scheun´tor” vor der Festung stehe – dafür aber jetzt einige Wochen lang quasi IN DER FESTUNG drin eingesperrt war und einfach keine Möglichkeit fand, hier im Blog zu kommunizieren, was geschah. Das ändert sich jetzt hoffentlich, nachdem die Ferien mit aller Macht über Deutschland hereingebrochen sind und auch bei uns – seminarmäßig und sonstwie – Ruhe eingekehrt ist.

Brechts Gedicht geht übrigens so:

Ja, mach nur einen Plan
Sei nur ein großes Licht!
Und mach dann noch ´nen zweiten Plan
Gehen tun sie beide nicht…


Quelle:
Brecht, Bertold: “Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens”. In: Drei-Groschen-Oper (1928)

#148 (c) 12. Aug 2010 Jürgen vom Scheidt / Quelle: xytrblk.com

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