Die Innere Bühne (InnereBühne)
(-> 5 meta) Das Konzept der Inneren Bühne ist das Grundmodell für meine Seminare . Der erste Schritt dabei ist das Schließen der Augen. Dadurch werden rund 95 Prozent der Wahrnehmung (nämlich das Sehen) ausgeschaltet und die ganze Aufmerksamkeit nach Innen gerichtet.
Dies wird folgendermaßen praktisch umgesetzt: Ich bitte zu Beginn einer Schreibsitzung die Teilnehmer, die Augen zu schließen und sich vorzustellen:
„Sie sitzen in einem Theater und schauen vor zur Bühne. Der Vorhang ist zunächst geschlossen; aber Sie ahnen bereits, daß sich dahinter einiges tut. Nun geht der Vorhang langsam auf. Kulissen werden sichtbar –
Was sehen Sie? Ist da eine Landschaft – im Gebirge – am Meer – oder in einer Wüste – Wo waren Sie das letzte Mal in einer Landschaft, die Sie beeindruckt hat?
Aber vielleicht spielt die Geschichte auch im Inneren eines Gebäudes –“
Nachdem sich die Vorstellung des Schauplatzes (Lokalkolorit) allmählich entfaltet hat, geht es weiter mit dieser Anweisung:
„Stellen Sie sich nun vor, daß jemand auf der Bühne erscheint. Ist es ein junger Mensch oder ein alter? Ein Mann oder eine Frau? Oder ist es gar kein Mensch?“
Wieder lasse ich Zeit, daß sich die inneren Bilder entfalten können.
„Nun erscheint eine weitere Figur … Wo immer sich zwei Menschen begegnen, kann es zum Konflikt kommen. Entweder haben sie gemeinsame Interessen, aber verschiedene Vorstellungen davon, wie diese sich realisieren lassen. Oder sie haben verschiedene Interessen – dann kommt es auf jeden Fall zum Konflikt …
Wie sieht dieser Konflikt aus? Um welche Interessen könnte es gehen?“
So kann man – etwa auch in Form einer Phantasiereise – das Geschehen auf der Inneren Bühne immer weiter sich entfalten lassen. Man sollte es mit diesen Anweisungen jedoch nicht übertreiben: Möglichst bald soll die Vorstellungskraft und Phantasie der Seminarteilnehmer selbst diesen Part des Imaginierens übernehmen.
Passende (Meditations-)Musik kann diese Übung begleiten. auch hierbei gilt: Diese Musik sollte möglichst wenig Eigencharakter (Melodie, Rhythmus) haben, sondern mehr ein leiser Klangteppich sein, vor dessen Hintergrund sich die Vorstellungen entfalten können.
Genau diese Vorstellung der Inneren Bühne illustriert am besten das, was den Zustand des xytrblk beenden kann: als Beginn des eigentlichen Kreativen Prozesses beim Schreiben.
#52 (c) April 2010 Jürgen vom Scheidt / Quelle: xytrblk.com