FAQ
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Hier entsteht ein Katalog mit HÄUFIG GESTELLTEN FRAGEN (FREQUENTLY ASKED QUESTIONS = FAQ) , welche von allgemeinem Interesse in Hinblick auf das Schreiben von Romanen sind – nicht nur für die Entstehung meines eigenen Projekts VERSCHWÖRUNG DER ANDEREN.
Die folgenden Fragen wurden entweder in einem meiner Seminare gestellt oder mir schriftlich mitgeteilt. Die neueste Frage steht immer obenauf. Die vorangestellte orangefarbene Ziffer verwende ich zur leichteren Orientierung, wenn mir diese Frage von jemand anderem nochmals gestellt wird.
| Wenn SIE Fragen haben… … die das Schreiben dieses Romans speziell oder überhaupt das Romanschreiben betrifft, können Sie dazu den Kommentar verwenden (s.u.). Wenn Sie dabei nicht mit Ihrem Namen auftreten möchten, können Sie gerne ein Pseudonym benützen- aber ICH möchte wissen, mit wem ich es zu tun habe. Im Blog wird jedoch ggf. nur Ihr Pseudonym sichtbar. |
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[29. Mai 2010/06:49] Haben Sie einen Tipp für mich, wie man am besten ins Schreiben reinkommt – möglichst regelmäßig? (Vonda Sammer, Koblenz)
JvS: Am besten geht das nach meiner Erfahrung am Morgen, gleich NACH dem Aufwachen,und VOR jeder anderen Arbeit. Man ist dann noch sehr nahe am Traumbewusstsein, der kreativsten Phase, die man sich vorstellen kann. Julia Cameron empfiehlt in ihrem Ratgeber Der Weg des Künstlers, dass man jeden Tag drei Morgenseiten schreiben soll, wie sie es nennt, und zwar mit den Gedanken, die gerade so kommen.
Dieses Verfahren ist mir zu unproduktiv – alle diese Morgenseiten vieler Jahre habe ich regelmäßig weggeworfen, weil sie einfach zu beliebig waren. Ich verfolge bei meinen (Morgen-)Notizen (wie ich das nenne) ein klares Ziel: Ich habe stets ein fest umrissenes (Roman-)Projekt, für das ich mein Unbewusstes und mein Traumleben am Morgen anzapfe. Das schließt jedoch nicht aus, dass ich auch wichtige andere Gedanken festhalte. Ganz wesentlich bei diesem Verfahren ist (und da bin ich mir mit Julia Cameron einig): Nie das bewerten, was einem da so einfällt. Erst hinterher “die guten [Einfälle] ins Töpfchen, die schlechten ins Kröpfchen” (wie im Märchen vom Aschenputtel empfohlen wird). Das heißt, mit den guten Einfällen artbeite ich weiter, tippe sie in einer Sammel-Datei mit WORD ab, wenn sie sehr kurz sind; oder diktiere sie mit der DRAGON-Software, wenn sie länger ausfallen.
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[29. Mai 2010/06:49] Darf ich Ihnen mein fertiges Manuskript mal zur Begutachtung schicken, wenn es so weit ist? (Dirk Ungenannt, Winsen an der Luhe)
JvS: NEIN!!! Bitte nicht. Ich bin froh, wenn ich mit meinem eigenen Kram zurechtkomme. Wenn Sie allerdings an einer meiner Roman-Werkstätten teilnehmen oder am Jahreskurs des MINOTAUROS-PROJEKTs, ist das etwas anderes. Sollten Sie einen Lektor oder eine Lektorin für Ihr Manuskript suchen (was ich vor der Absendung an einen Verlag oder an einen Agenten SEHR empfehle): Hier finden Sie Adressen und weitere Details: Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren e.V.
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[2. Mai 2010/16:53] Wie geht das denn für Sie zusammen: ein Schreibseminar leiten – und selbst auch mitschreiben? (Paula Grumnick aus Wien)
JvS: Das betrifft nicht das Romanschreiben generell, sondern speziell die Roman-Werkstätten und das MINOTAUROS-PROJEKT. Dazu drei Anmerkungen:
1. Unsere Arbeitsmethode im Seminar ist die ThemenZentrierte Interaktion (TZI). Zu deren wesentlichen Regeln gehört es, dass der Leiter sich stets – zumindestens partiell – auch als Teilnehmer versteht. Nur so ist es möglich, am kreativen Prozess der Gruppe intensiv beteiligt zu sein. Bei einem Schreibseminar ist das doppelt sinnvoll, weil ja in den Schreib-Phasen eine Leitung nicht nötig ist und man sich da auch als Leiter voll und ganz dem (persönlichen) Schreibprozess überlassen kann. Die Leiterfunktion ist wichtig beim Vorstellen des jeweiligen Themas, bei der Einführung von Übungen (z.B. Phantasiereise, Besinnung, Konzept der Inneren Bühne) und von Methoden (z.B. Cluster und Vierspalter) sowie beim Nachbereiten (Vorlesen, Diskutieren der Texte, Feedback) – und natürlich bei der TEAM-Arbeit und der Vorbereitung des Seminars.
2. Sich erst auf das eine (Leiten) und dann auf das andere (Schreiben) einzulassen, ist zwar recht anstrengend (was ich aber erst NACH dem Seminar merke) und eine Sache der Übung, aber problemlos machbar.
3. Als TZI-Leiter erfährt man sich stets auch in einer Vorbild- und Modellsituation. Dies wird in einem Schreib-Seminar wie dem MINOTAUROS-PROJEKT besonders wichtig: Wenn der Leiter selbst nicht schreibt oder sich mit diesem seinem Schreiben zu sehr “draußen hält”, nimmt er die ganze Sache m.E. nicht wichtig genug. Er/sie muss nicht besser schreiben können als die Teilnehmer (was ohnehin ein absurdes Vergleichen wäre, weil ja jede und jeder an einem ganz eigenen und einzigartigen Projekt arbeitet); aberman sollte als Seminarleiter sollte doch ein ganzes Stück weiter sein mit seinen Schreiberfahrungen als die (meisten) Seminarteilnehmer. Dazu gehört in meinem Verständnis auch, dass man selbst schon Texte publiziert hat. Ein Krimi-Autor sollte als selbst schon einen Krimi veröffentlicht haben, oder etwas Vergleichbares.
Was letzteres angeht, sollte man sich als “selbst schreibender Leiter” jedoch mit “Maß und Ziel” einbringen. Primär geht es stets um die Projekte der Teilnehmer und nicht darum, dass der Leiter mit seinen Produkten glänzt! Deshalb stelle ich auch nur selten etwas Eigenes vor. Wer neugierig danach ist, kann ja das fertige Produkt lesen – oder den Entstehungsprozess meines aktuellen Roman-Projekts hier auf der xytrblk-Site verfolgen.
Mehr zu dieser Thematik unter Leiten und selbst schreiben.
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[18. April 2010/19:45] Warum stellen Sie immer wieder einen Zusammenhang zwischen Romanschreiben und Hochbegabung her? Das eine hat doch mit dem anderen nichts (kaum etwas?) zu tun! (Petra K. aus Murnau)
Jvs: Ich bin mir sehr sicher, dass da ein Zusammenhang besteht, ein sehr großer sogar. Wie ich an anderer Stelle bereits ausgeführt habe, besteht meines Erachtens ein starker Zusammenhang bereits zwischen Hochbegabung und Schreiben. Wieviel intensiver noch muss dieser Zusammenhang dann sein, wenn es um das Verfassen eines ganzen Buches, gar eines Romans geht. Da müssen doch eine ganze Menge Informationen und meta-Informationen, Zeichen und Superzeichen (z.B. Symbole) nicht nur gefunden oder erdacht, sondern auch noch sinnvoll (und möglichst neu = originell) miteinander verknüpft werden. Mehr hierzu unter Romanschreiben und Hochbegabung.
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[9. April 2010] Woher beziehen Sie Ihre Anregungen? (Sandra P. aus Sindelfingen)
JvS: Im Prinzip kann alles, was man erlebt oder liest oder hört, zur Anregung für eine Szene, eine Figur, ein Thema eines Romans werden. Zwei Beispiele: Alles ist Stoff
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[jvs | 2.April 2010] Konstruiert nach einem Zitat: “Bedarf Romanschreiben der Geheimhaltung?”
JvS: → Antwort auf Roland Barthes
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[24. März 2010] Wird sich denn noch ein Verlag finden, der Ihr Manuskript druckt, nachdem es bereits im Internet veröffentlicht wurde? (Bernd Hammer aus Hof/Obfr.)
JvS: Diesbezüglich mache ich mir keine Sorgen. Es gibt Beispiele, dass renommierte Verlage ein Buch veröffentlicht haben, das zuvor als Book on demand erschienen ist. Warum sollte sich dann kein Verlag für einen Roman finden, der im Internet schon für Neugier bei Lesern gesorgt hat?
Davon mal ganz abgesehen: So wie der Roman hier auf der Website erscheint, wird er in der Endfassung, die für die gedruckte Veröffentlichung gedacht ist, sicher nicht aussehen. Gerade wer die Entstehung der einen (Ur-) Fassung mitverfolgt hat, könnte besonders viel Lesespaß in der gedruckten Version entdecken. Es sei an dieser Stelle zusätzlich verraten, dass genügend offen bleibt hier in der Internet-Version, was man erst im gedruckten Buch so richtig versteht.
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[4. März 2010] Ist das nicht ziemlich verwirrend für Sie, auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu agieren bei diesem Roman-Projekt? Und interessiert das Ihre Leser überhaupt – wie so ein Roman entsteht? (Namento aus CH-Bern)
JvS: Oh ja, das ist – naja, nicht unbedingt verwirrend, aber anstrengend (und manchmal ziemlich xytrblk). Aber das ist doch gerade die Herausforderung für mich bei diesem Projekt:
Beim Schreiben “auf mehreren Ebenen gleichzeitig zu agieren”. Denn berücksichtigen muss man ja diese Ebenen als Autor sowieso alle. Warum dann nicht den gesamten kreativen Prozess sichtbar machen?
Ob das meine (potentiellen) Leser interessiert, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich selbst so etwas gerne erfahre: Wie es hinter den Kulissen zugeht. Warum sollte es dann nicht andere Leute geben, denen es genauso geht?
#23 (c) 3. Juni (März) 2010 Jürgen vom Scheidt / Quelle: xytrblk.com
