ÄLTERE ANFÄNGE

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[-> 2 MANUSKRIPT | 14. Mai 2010] Den richtigen Anfang zu finden, ist nicht einfach. Ich hatte zwar keine Probleme, einen zu finden – aber es kam immer noch ein neuer dazu. Und das machte die Angelegenheit dann doch komplizierter als gedacht. 

Diese Dokumentation ist wahrscheinlich nur für mich interessant. Aber (angehende) Autoren-Kollegen haben vielleicht auch etwas davon.

Es gibt inzwischen gut 20 bis 30 Anfänge; irgendwann habe ich sie nicht mehr gezählt.
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Warum so viele Anfänge?

Das hat natürlich viele Gründe. Zum einen hat sich einfach in den 28 Jahren, seit ich am Manuskript arbeite, vieles geändert – sowohl im Exposé wie im Gesamtkonzept. Aus ursprünglich einem einzigen abgeschlossenen Roman wurde eine ganze Serie mit fünf (vielleicht sogar sieben) Bänden.
Die intensive Beschäftigung mit dem Labyrinth-Thema, dann, seit Ende der 1990-er Jahre mit dem nicht minder faszinierenden Thema Hochbegabung hat tiefe Spuren in der Geschichte hinterlassen.
Vor drei Jahren schob sich plötzlich die weibliche Hauptfigur Leani mit solcher Vehemenz in den Vordergrund, dass ich ihr beinahe einen ganzen Band zuteilen musste.

Und vor zwei Jahren wurde mir klar, dass ich von Joanne K. Rowling – außer vielen anderen Anregungen – auch übernehmen möchte, die Geschichte im ganz normalen Hier-und-Jetzt beginnen zu lasssen. Daraus wurde ein Prequel mit dem Arbeitstitel Vorspiel in der Hölle. Der Titel trifft zwar ganz gut, worum es geht (nämlich um ziemlich üble Erfahrungen der Hauptfigur) – aber er war mir dann doch zu drastisch.
Der neue Titel Verschwörung der Anderen greift zwar auch tief in die Mottenkiste der Trivialliteratur – aber ausnahmsweise trifft er bei meinem Roman zu. Auch wenn es sich um eine Verschwörung ganz anderer Art handelt, als das, was man üblicherweise damit meint .

Den allerersten Ur-Anfang Die Reise im Ballon habe ich an einer späteren Stelle – verändert – eingebaut.Den konnte ich einfach nicht völlig eliminieren.

Immer wieder schoben sich neue Anfänge vor den gerade aktuellen, weil das dramaturgische Konzept sich laufend mit den neuen Impulsen veränderte.

Lange Zeit gaben die Stimmen den Ton und Rhythmus der Geschichte vor. Dann tauchte das Motiv Spinne auf. Und schließlich stürzte ich – und dieser Sturz gab den Anstoß, es nun wirklich damit sein zu lassen – als endgültigem Anfang.

29. April 2010: Das wäre angenehm gewesen, diese Endgültigkeit. Aber dann kam dieses Erdbeben in Tibet und der Vulkanausbruch auf Island mit einer Aschewolke, die den gesamten Flugverkehr der nördlichen Hemisphäre tagelang lahmlegte . Das wollte ich mir nicht entgehen lassen. Und so schob sich ein wieder neuer Anfang vor alle anderen.

13. Mai 2010: Und nun hat sich Nick der Killer in den Vorgrund geschoben, und zwar gleich zweimal. Und einen Prolog im Himmel – pardon: Prolog im Weltenraum wird es außerdem geben.
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Zur Entstehungsgeschichte

6. Mai 1982
DIE REISE IM BALLON
Der erste Anfang und der erste Text überhaupt zum Schreib-Projekt Weg nach O´Thar*, genauso wie er am 6. Mai 1982 im Seminar Schreiben als Weg entstanden ist: Die Reise im Ballon.
Diese Version wollte ich (will ich immer noch) in Band 2 als Erinnerungs-Text von meiner Hauptfigur Thomas Lauffner einbauen. Er schreibt ihn, während er sich als Stadtschreiber von O°Thar sein Leben finanziert und als Neubürger Fuß in der Stadt zu fassen versucht.
* So der ursprüngliche Titel, den nun Band Zwei erhalten wird.

15. Juli 2008
Der Anfang hat sich immer wieder mal geändert
Der Anfang meines Roman-Projekts hat sich immer wieder mal geändert. Ich denke, seit einigen Tagen steht er. Der Roman muss ganz real in München und in diesem Jahr 2008 beginnen. Daraus wurde der neue Arbeitstitel Vorspiel in der Hölle.
Aber xytrblk ist ein tückischer Zustand, wenn man tief im Inneren noch nicht genau weiß, wie man sich durch diesen Yrrinthos (= Irrgarten)von Material am besten bewegt, damit ein verlässlich begehbares Labyrinth daraus entsteht.

25. Feb 2010
Diesmal könnte es klappen
Sieht so aus, als würde es diesmal klappen mit einem zuverlässigen Einstieg in das Roman-Projekt. Das Chaos lichtet sich jedenfalls allmählich und xytrblk  wird weniger. Auch meine Träume zeigen das – die ganz konkreten in der Nacht, meine ich; nicht die Wunschträume bezüglich dieses Roman-Projekts.

#60 (c) April 2010 Jürgen vom Scheidt / Quelle: xytrblk.com

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